Die Geschichte des Deutschen Roten Kreuz
zu Rauenberg
Vorwort:
Die
Geschichte des Rauenberger Roten Kreuzes ist geprägt von vielen
Höhen und Tiefen.
Verschiedene Hinweise
deuten auch darauf hin das mehrere Wiedergründungen stattfanden.
Mit diesem Beitrag möchten wir versuchen, Ihnen liebe Leser, ein
wenig Klarheit über die bewegte Geschichte unserer Bereitschaft
und des Ortsvereins in Rauenberg, zu vermitteln und ein wenig Licht
ins Dunkel zu bringen. Selbstverständlich sind wir darum bemüht
diese Seite immer so aktuell wie möglich erscheinen zu lassen und
deshalb haben wir eine Bitte an Sie:
-
Sie kennen
eine Geschichte aus dem Roten Kreuz Rauenberg ?
-
Sie haben
alte Fotos oder andere Utensilien ?
-
Sie waren
früher selbst hier aktiv oder kennen jemanden der dies war ?
Dann
sprechen Sie uns an. Gerne treffen wir uns mit Ihnen um Ihre und
unsere Geschichte aufzuarbeiten und neues von Früher zu erfahren.
Ihre wertvollen Fotos werden wir Ihnen natürlich nicht wegnehmen,
sondern von Profis reproduzieren lassen. Selbstverständlich erhalten
Sie die Originale zurück. Ihre kostbaren Utensilien (Uniformen,
Verbandstaschen etc. ) könnten wir gemeinsam, als Leihgabe versteht
sich, der Öffentlichkeit präsentieren.
Für Ihre Unterstützung
dankt ihnen Ihr Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Rauenberg.
Rauenberg – Wiesloch im April 03
Für die Bereitschaft
Uwe Hecker
Stv. Bereitschaftsleiter
Damals
als alles begann – die Gründung:
Die
erste Gründung ist auf den 1. April 1925 zu datieren. Dies geht
aus der Bestands-nachweisung der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz
zu Rauenberg aus dem Jahre 1935 hervor. Rauenberg zählte damals
noch zum Amtsbezirk Wiesloch. Die Nachweisung hierfür ist undatiert,
ergibt sich aber aus der Aufteilung in 18 bis 35, bis 45 und über
45 Jahre alte Mitglieder in Verbindung mit deren Geburtstagen. Der
Stempel, so heißt es in eine Nachforschung aus dem Jahre 1991, ist
liegend oval. Die obere Schriftzeile lautet „Freiw. Sanitätskolonne“,
die untere „Rauenberg A. Wiesloch“ – dazwischen ist ein gleicharmiges
Balkenkreuz. Dieser ist übrigens noch heuer auf einigen historischen
Lehrtafeln zu sehen.
Namentlich
und mit dem Datum vom 1. April 1925 als eingetretene Mitglieder
werden die Herren Oskar Stier, Johann Schaufler, Michael Schork,
Karl Stier II, Franz Reis, Ottmar Klefenz, Johann Stier sowie
Emil Stier erwähnt. In einer weiteren Aufzeichnung findet auch Dr.
Casimir Stolz aus Wiesloch als Gründungsmitglied Erwähnung.
Die Gesamtzahl der tätigen Mitglieder wird auf 18 benannt. Über
die Ausstattung der damaligen freiwilligen Sanitätskolonne zu Rauenberg
liegen uns leider keine Informationen vor, hierfür gibt es unseres
Wissens auch keine Fotographien - leider. Ebenso fällt dem aufmerksamen
Leser auf , das zu diesem Zeitpunkt nur Männer im Roten Kreuz tätig
waren. Dies hängt in erster Linie mit den damals üblichen Unterteilungen
in Männer- und Frauenkolonnen zusammen, die später als Männer- und
Frauenvereine vom Roten Kreuz bezeichnet wurden, sowie der damals
üblichen paramilitärischen Organisationsstruktur die sich nicht
nur im Roten Kreuz, sondern auch in zahlreichen anderen Vereinen
und den Feuerwehren wieder findet. Diese Tatsachen haben ihre Auswirkungen
zum Teil bis Heute. Noch in den 50er Jahren gab es geschlechtsgetrennte
Bereitschaften und noch immer finden sich hier und da Bereitschaften
die sowohl eine Bereitschaftsleiterin als auch einen Bereitschaftsleiter
haben obwohl dies in den neueren Satzungen nicht mehr vorgeschrieben
ist.
Im
Jahre 1931, also 6 Jahre nach der Gründung der noch jungen Sanitätskolonne,
fand die erste dokumentierte „Großübung“ in Rauenberg statt. Dieses
damals als Bezirksabschluss-übung bezeichnete Ereignis ist auch
das älteste Geschehen welches auf einer Fotographie festgehalten
wurde. Da es damals allerdings noch kein Breitbildformat gab wurden
alle Beteiligten in Reih und Glied versammelt und Stück für Stück
abgelichtet und anschließend zu einem Ganzen zusammengefügt. Das
so entstandene Gruppenbild ziert heute nicht nur den Bereitschaftsraum
in Rauenberg. Offensichtlich ist von dieser Übung auch nur das Gruppenfoto
erhalten geblieben. Es zeigt neben Alfred Fischer und weiteren Kameraden
aus Rauenberg, auch Mitglieder der Kolonnen aus Wiesloch und anderen
umliegenden Gemeinden.
Im
gleichen Jahr schlug der Badische Gemeinde Versicherungsverband
der Gemeinde Rauenberg, den Abschluss einer Unfallversicherung für
die Sanitäter vor. Der Gemeinderat lehnte den Abschluss einer zusätzlichen
Versicherung jedoch ab, und teilte dem Versicherungs-verband mit,
sich direkt mit der Sanitätskolonne in Verbindung zu setzen. Dies
geschah, und von nunmehr beschloss der Gemeinderat, der freiw. Sanitätskolonne
für das Rechnungsjahr 1932/33 einen Beitrag von 50 Reichsmark zu
gewähren. Daraufhin wurde die Versicherung für 20 Sanitäter zu 1,70
RM pro Kopf/anno beantragt und abgeschlossen. Unterzeichner dieses
Antrags war ein Herr Menges der damals Vorsitzender war, sowie der
damalige Kolonnenführer Schaufler. Im Fall von Herrn Menges handelte
es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den seiner Zeit amtierenden
Bürgermeister Robert Menges. Im übrigen wurde dieser Betrag auch
für das Rechnungsjahr 1933/34 von der Gemeinde zugewiesen.
In Deutschland beginnt die „neue Zeit“
Nach
der Machtübernahme der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiter
Partei, schien für die einzelnen Gruppierungen der Sanitätskolonnen
zunächst alles beim Alten zu bleiben. Doch das Regime um Adolf Hitler,
hatte feste Pläne. 1934 traten die neuen Satzungen des Deutschen
Roten Kreuzes in Kraft, nach denen von nun an sogenannte Ortsmännervereine
als Träger der Sanitätskolonnen in den Gemeinden zu bilden waren.
Dies Galt von Flensburg bis Garmisch für das gesamte Reich. Auch
in Rauenberg......
So kam es das am
28.05.1935 der damalige Bürgermeister Theobald Greulich vom Wieslocher
Bezirksvorsitzenden, zum kommissarischen Vorsitzenden des zu bildenden
Vereins berufen wurde. Am 1. Oktober 1935 hatte der neue Verein
bereits 23 zahlende und 16 nichtzahlende Kolonnenmänner. Einen Frauenverein
und weibliche Kolonnenmitglieder gab es zunächst noch nicht.
Ab
1935 wurde auch das noch vorhandene Kassenbuch des Vereins begonnen,
das sogar bis nach Beginn des zweiten Weltkrieges in das Jahr 1940
hinein geführt wurde. Im Juni 1935 fand die erste erwähnte Haussammlung
in Rauenberg statt, welche 157,25 RM erbrachte. Durch weitere Büchsensammlungen
in Rotenberg, Malschenberg und Rettigheim kamen weitere 50,08 RM
zusammen. Im August 1936 wurden nur 61,26 RM gesammelt, nachdem
die erste Sammlung in diesem Jahr bereits 87,88 RM eingebracht hatte.
Den guten Kontakt den man offensichtlich zur Bevölkerung hatte,
nutzte man jedoch nicht nur zum Sammeln von Geldern. Auch Mitglieder
wurden in dieser Zeit eifrig geworben. Am 25. Juni 1936 zählte man
bereits 103 Mitglieder darunter auch Rotenbergs Bürgermeister Benjamin
Greulich.
Anfang
des Jahres 1937 waren bei den Ortsmännervereinen Arbeitsausschüsse
zu bilden. Der Rauenberger setzte sich zusammen aus Bürgermeister
und Vorsitzenden Theodor Greulich, Hermann Vocke Ortsgruppenleiter,
Rechner Otto Maier und Sanitätshalbzugführer Alfred Fischer. Fischer
war bereits seit dem 6. November 1929 tätiges Mitglied und hat offenbar
im Laufe des Jahres 1936 die Führung des Halbzuges, vermutlich von
Johann Schaufler, übernommen.
Zum ersten Male erwähnt – die Bereitschaft
Im
Dezember 1937 wurde das Deutsche Rote Kreuz durch ein Reichsgesetz
stark auf die Bedürfnisse der Wehrmacht ausgerichtet. Auf der Ortsebene
spürte man dies zunächst nur durch Umbenennungen der Organisationen
und der Vergabe neuer Dienstgrade. Am 30. Mai 1938 bestellte der
Kreisführer der Kreisstelle Heidelberg den Herrn Bürgermeister Greulich
zum Leiter der DRK – Ortsgemeinschaft Rauenberg. Von nun an firmierte
die Kolonne als Bereitschaft III Zug I. In einem Schreiben vom 8. August 1938 welches
von der Landesstelle XII
an Alfred Fischer gesendet wurde heißt es wörtlich:
„Ich verleihe Ihnen mit Wirkung vom
heutigen Tage den Dienstgrad einer/s
DRK = Wachtführers.“
Das Schreiben welches
uns im Original vorliegt zeigt auch den damaligen Reichsadler mit
Hakenkreuz welcher auf dem roten Kreuz aufsitzt. Die drei bereits
im Juli 1938 eingerichteten Unfallhilsstellen für Rauenberg waren
im Rathaus und in den Wohnungen der Herren Johann Schaufler und
Alfred Fischer untergebracht.
Frauen kommen in den Dienst zum Roten Kreuz
Der
Monatsbericht Oktober / November 1938 wies erstmals eine Besonderheit
auf. Zum ersten Male in der Geschichte des Rauenberger Roten Kreuz
wurden sechs weibliche Mitglieder genannt. Diese Frauen waren Anna
Harth, L. Spannagel, Gertrud Klefenz, Gertrud Zeeb, Lydia Klee sowie
Irma Schäfer. In wieweit diese Indienststellung weiblicher Mitglieder
zu den Kriegsvorbereitungen Hitlers und deren späteren Einsatz auf
Schloß Rotenberg welches zum Lazarett umfunktioniert wurde, zählte
ist uns nicht bekannt. Im April 1939 wurden für die Bereitschaft
16 männliche und 10 weibliche Mitglieder, für die Ortsgemeinschaft
95 männliche Mitglieder gemeldet. Im September und Dezember 1939
zeichneten die Berichte für die Bereitschaft Melanie Lädel mit,
und im Oktober 1940 Johann Stier. Die Aufzeichnungen der Berichte
insbesondere aus dem Jahre 1940 widersprechen sich mit den Aussagen
Fischers in einem 1990 mit Anna Felhauer geführtem Gespräch, die
Sanitätskolonne hätte bereits kurz vor Kriegsausbruch ihre Tätigkeiten
aufgeben müssen.
Kriegsjahre – eine unbekannte Zeit
Wie
die Kriegsjahre in Rauenberg und den umliegenden Gemeinden verliefen
und welche Auswirkungen dies auf das hiesige Rote Kreuz hatte wissen
wir leider nicht. Zu groß ist mittlerweile die Lücke der Zeitzeugen
geworden, zu spät kam das Interesse unserer Vereinsmitglieder in
der Geschichte zu stöbern. Doch wer die Geschichte nicht kennt –
kann die Zukunft nicht gestallten, heißt es und so ist es uns heute
wichtiger den je Einzelheiten zu erfahren. In wieweit selbst Helferinnen
und Helfer als Schwestern oder Sanitäter ausgebildet im Sanitätseinsatz
auf Schloß Rotenberg waren wissen wir nicht. So bleibt uns an dieser
Stelle im Moment nichts anderes übrig als einen Zeitsprung zu vollziehen
in das Jahr 1946.
1946 - ein Jahr nach dem Ende des
Infernos
Bekanntlich, das lehrt uns
die Geschichte war der Krieg am 8. Mai 1945 zu Ende. Doch die entstandenen
Verluste und Schäden waren noch lange Zeit zu spüren. Waren es Verluste
im Krieg oder einfach die Unlust an der Arbeit im DRK, nach dem
man nun wirklich andere Sorgen hatte – wir wissen es nicht, nur
eines ist überliefert. Im April 1946 konnten den aktuellen Informationen
nach nur noch vier aktive Mitglieder durch den nun amtierenden Bürgermeister
Hermann Laier dem Roten Kreuz Heidelberg gemeldet werden. Dies waren
im einzelnen Johann Schaufler (wieder bezeichnet als Kolonnenführer
), Ignaz Reißfelder, Franz Reis, Michael Schork. Aufzeichnungen
die Hinweise über die Beendigung der Rotkreuz Aktivitäten geben,
liegen uns nicht vor.
20 Jahre später...
oder in 1966 ist noch lange nicht
Schluss
In Abwandlung des Schlagers
„mit 66 Jahren“ bestätigt die obere Zeile nicht nur den Inhalt jenen
Liedes von Udo Jürgens, sondern auch die des Deutschen Roten Kreuz
in Rauenberg. Als die Bereitschaft im Jahre 1991 ihren 66. Geburtstag
feierte, war sie - wohl nichtsahnend von ihren Mitgliedern - auf
dem Weg zu einem langen stetig steilen Weg nach oben. Doch bevor
die offizielle Pressemeldung 1966 verlautet werden sollte, gab
es viel zu tun – man packte es an.
Die Geschichte einer
ganz besonderen Wiederbelebung:
Wenn die Atmung aussetzt,
das Herz aufgehört hat zu schlagen und der Puls nicht mehr tastbar
ist, dann sind dies Anzeichen dafür das mit der Herz – Lungen –
Wiederbelebung begonnen werden muss, dies lernt noch heute jeder
Ausbilder in einem Erste Hilfe Kurs.
Als das Rote Kreuz in Rauenberg diesen traurigen Zustand erreichte
kam im Jahre 1962 Herr Hans Dieter Malolepski, der damals dem DRK
in Wiesloch angehörte, nach Rauenberg und stellte fest, dass es
hier derzeit keine aktive Rotkreuz-Bereitschaft gab. Aber wie einen
solchen Verein, eine Organisation wie das Rote Kreuz wiederbeleben
? So fand auf seine Anregung hin, in der Zeit vom 4.02. bis 8.02.1965
, abgehalten von Herrn Gustav Grimm, im alten Schulhaus ein Erste
Hilfe Kurs, für die hiesige Bevölkerung statt. Von dem gut besuchten
Kurs erklärten sich 20 Teilnehmer bereit, durch aktive Mitarbeit
den Wiederaufbau der DRK Bereitschaft zu unterstützen. Nun hatte
Malolepski also genügend qualifizierte Ersthelfer um die Wiedergründung
in Angriff nehmen zu können. Die hierfür erforderlichen 50 passiven
Mitglieder wurden zuvor von Frau Malolepski geworben. Als alle Vorschriften
zur Gründung einer DRK Bereitschaft erfüllt waren, fand am 19.10.1965
unter Teilnahme von Bgm. Alois Rößler, Ratschreiber Hans Menges,
Hans Malolepski, und der Bereitschaft Wiesloch, welche die Patenschaft
übernahm, sowie einiger Mitbürgerinnen und Mitbürger von Rauenberg
die Gründungsfeier im alten Schulhaus statt. Bei den an diesem Tage
durchgeführten Wahlen wurden folgende Personen als Führungskräfte
gewählt:
I. Vorstand: Alois Rößler
II Vorstand: Hans Malolepski
Bereitschaftsführer : Hans Malolepski
Stv. - / - Friedhelm Pfefferle
Kassiererin: Frau Pfeffele
Bereitschaftsarzt Dr. Fritz Brand
Bereits kurze Zeit nach der Gründung des noch jungen Vereins, hatte
man sich wohl auch das erste Einsatzfahrzeug zugelegt. Dies war
ein VW – Bus, damals entsprechender Bauart wie er häufig auch in
vielen anderen Bereitschaften, sei es zum Material- und Personaltransport;
aber auch zum Transport von Verletzten und Erkrankten eingesetzt
wurde. Aber auch davon gibt es keine Bilder. Auch im Rauenberger
Fall ist aufgrund des Innenausbaus des Fahrzeugs, den die Firma
Utila durchführte, davon auszugehen, das man in der Lage war Sanitäts-
und Krankentransporte durchzuführen. Wenn auch damals so vieles
einfacher und primitiver gestaltet war, einen Rettungsdienst wie
wir ihn heute kennen gab es noch nicht, so war es doch in vielen
Dingen das selbe. Die anfangs gute Entwicklung hat sich 1970 nach
dem Austritt von Herrn Malolepski in jeder Hinsicht sehr verschlechtert.
Seinem Nachfolger Herrn Pfefferle war es 1972 nicht mehr möglich
, die Bereitschaft weiterzuführen. Deshalb teilte er mit Schreiben
vom 15.05.1975 seinen und den Austritt seiner Frau mit. Die DRK
Ortsgruppe zählte zu diem Zeitpunkt nur noch 3 aktive Mitglieder.
Aufgrund dieser Sachlage wandte man sich im Juni 1972 an Herrn
Malolepski mit der Bitte, die Führung nochmals zu übernehmen. Dieser
hat dem Wunsch entsprochen und trat mit Wirkung vom 10.07.1972 wieder
dem DRK als Bereitschaftsleiter bei. Nach Absolvierung der erforderlichen
Lehrgänge, an der DRK Landesschule Pfalzgrafenweiler, erhielt er
die Berechtigung Sanitäts- und Erste – Hilfe Kurse abzuhalten von
der er den Überlieferungen nach regen Gebrauch machte. Malolepski
war offensichtlich ein Mann der es verstand, in den Kursen die er
abhielt nicht nur den Stoff zu vermitteln, den es zu vermitteln
galt, sondern einen Teil der Teilnehmer immer wieder für die Idee
des Roten Kreuzes gewinnen konnte. Unter seiner Leitung wuchs die
Mitgliederzahl nach und nach wieder an und in Rauenberg hatte man
recht schnell wieder eine DRK - Bereitschaft die sich sehen lassen
konnte.
Immer im Einsatz
–
die Rauenberger
Bereitschaft im Rettungsdienst
Wann genau die ersten Helferinnen
und Helfer des Rauenberger Roten Kreuz zum ersten Male im Rettungsdienst
wie wir ihn heute kennen, tätig wurden ist uns leider nicht überliefert.
Es war jedoch offensichtlich auch hier Hans Malolepski der Anfang
/ Mitte der siebziger Jahre die Initiative ergriff und die notwendigen
Kontakte nach Wiesloch knüpfte. Dort gab es nämlich aufgrund der
zunehmenden Strukturierung des Rettungsdienstes inzwischen eine
Rettungswache. Somit war es den Rauenberger Sanitäterinnen und Sanitäter
nun möglich von Freitagabend bis Sonntagabend ihre hauptamtlichen
Rettungssanitäter in Wiesloch zu entlasten. Bereits damals wurde
der Ruf danach laut sich einen eigenen Rettungswagen anzuschaffen.
Doch dieser kam erst 1999.
Nach langem hin und her besorgte man sich daher ein Bereitschaftsfahrzeug
mit einer Behelfstrageneinrichtung, welches noch heute 2003 existiert
und sich in altersentsprechendem sehr guten Zustand befindet. Mit
ihm bildete man auch den ersten Vorläufer der heutigen Rettungsdienstverstärkung.
Wann immer die Funkmeldeempfänger Alarm auslösten, machte man sich
auf den Weg um seinen in Not geratenen Mitmenschen zu helfen.
DRK Malschenberg -
die Geschichte der 70er Jahre – nicht nur in Rauenberg geschrieben
Nein
nicht nur der Ergänzung halber, besonders der Verbundenheit, der Kameradschaftlich-keit
und weil sie ja inzwischen zu uns gehören soll hier die Geschichte
einer DRK Vereinigung erwähnt werden – die es vor allem vor dem Vergessen
zu bewahren gilt.
Die Rede ist, und die Überschrift verrät es bereits, von der Geschichte
des DRK Ortsvereins Malschenberg und seiner Bereitschaft. Schade
- so findet der Autor – dieser Zusammenfassung, das es sie nicht
mehr gibt. Den mit jedem Sterben einer Bereitschaft oder eines Ortsverein
stirbt auch ein klein wenig Bürgernähe und Hoffnung.
Im Jahre 1971 wurde der Ortsverein Malschenberg gegründet. Bewusst
geworden ist man sich der Verantwortung und Notwendigkeit dessen
was in Rauenberg längst zum Inbegriff des gesellschaftlichen Lebens
gehörte. Für Unfälle und Notfälle jeglicher Art stand in der Gemeinde
lediglich eine Krankenschwester zur Verfügung die der Überlieferung
nach bei Unglücks- oder Notfällen jeglicher Art, aber auch bei Sportveranstaltungen
Erste Hilfe leistete. Dies konnte den stetig wachsenden Bedarf natürlich
nicht befriedigen. Auch hier war es ein Erste Hilfe Kurs der die
ersten Aktivisten zusammen kommen lies um somit Leben in den zu
gründenden Verein einhauchte.
Dies geschah im Juni 1971. Zu den Gründungsmitgliedern zählten
einem Pressebericht aus dem Jahre 1976 vermutlich:
Anton Geis, der damals dem DRK Rot angehörte und dort das Amt des
Bereitschaftsführers begleitete,
Hugo Seltenreich, der noch heute dem OV Rauenberg angehört – Danke
!!,
Hans Schimmel,
Gerold Müller,
Urban Förderer,
Annemarie Förderer,
Carola Buck,
Ursula Bayer und
Otto Bayer.
Ein Dank gilt an dieser Stelle all denen die damals eine Idee weitergetragen
haben die noch heute um die ganze Welt geht. Anlässlich des 5 jährigen
Bestehens erhielten die oben genannten Kameradinnen und Kameraden
ihre erste Jubiläums-urkunde. Neben den Ehrungen gab es aber einen
weiteren besonderen Analass – die Fahnenweihe. Und einer war da
der es auf den Punkt brachte wozu diese eigentlich dienen sollte:
Ein Zeichen des gemeinsamen Wollens und der Verbindung untereinander,
nicht anonym, sondern zum Ansporn der Kameradschaft aller – soll
diese Fahne dienen; sagte Pfarrer Etzkorn in der Ansprache des aus
diesem Anlass stattfindende Fettbanketts.
Weiterhin, so gehört es sich ja bis heute traditionsgemäß dazu,
fand an diesem Ehrentag auch eine Übung statt. Gemeinsam mit zahlreichen
Bereitschaften die zur Gratulation aus Nah und Fern kamen sowie
den umliegenden Feuerwehren ging man in die Annahme das ein Feuer
in der Grundschule eine Explosion auslöste. Und zumindest Feuerwehrtechnisch
gesehen positiv: Petrus öffnet seine Pforten – doch das Fest viel
keineswegs ins Wasser.
Am 12. April 1999 war dann folgende Schlagzeile in der Rhein-Neckar-Zeitung
zu lesen:
„DRK-Ortsverbände gehen zusammen“; was zwischenzeitlich an Aktivitäten
gelaufen ist, was daneben ging und warum es zu diesem Schritt kam,
das alles sind Fragen die auch unseren Helfern zum großen Teil unbeantwortet
bleiben. Der Ortsverein, so ist zu lesen wurde von Wiesloch übernommen,
beim Bereitschaftsdienst traten Nachwuchsprobleme auf.
Die 80er Jahre –
Die ersten eigen vier Räder
hatten das Laufen aufgegeben. Eine Neuanschaffung stand also bevor.
Doch weder Einigkeit über die Art des Fahrzeugs, noch über die Finanzierung
waren da. Erste Sammlungen hierfür sind bereits auf das Jahr 1977
zu datieren, und mehrfach drohte das Projekt zu scheitern. Zahlreiche
Informationen mussten nun eingeholt, Gesetzes-regelungen durchgelesen
und jede Menge Spenden gesammelt werden. Zum einen wollte man die
Notfallversorgung verbessern, denn gerade in Rauenberg war ds Verkehrsaufkommen
vor dem Bau der neuen B 39 enorm hoch. Zum Anderen benötigte man aber
auch ein Fahrzeug mit dem man im sozialen Bereich tätig werden konnte,
also Seniorenfahrten und ähnliches durchführen konnte. Zahlreicher
Schriftverkehr ging von Ausbauherstellern, über Fahrzeughersteller
zum DRK Kreisverband nach Heidelberg und schließlich nach Rauenberg.
Lange ging es hin und her, ob den nun ein Rettungswagen oder ein
Bereitschaftsfahrzeug angeschafft werden soll. Das damalige Rettungsdienstgesetzt
verbot ausdrücklich die Unterstellung von Rettungswagen, an hierfür
nicht geeigneten Standorten und Rauenberg hatte nun mal keine eigene
Rettungswache. Demnach dürften sie nur an Rettungswachen die eine
24 h Besatzung nachweisen stationiert werden. Daraufhin empfahl
der damalige DRK Kreisgeschäftsführer Glass, dem amtierenden Bereitschaftsleiter
H. D. Malolepski, sich ein Bereitschaftsfahrzeug (BSF) zuzulegen,
welches dann sowohl Mannschaft und Gerät, im Notfall aber auch,
da mit Behelfstrageneinrichtung versehen, einen Patienten transportieren
könnte. Pläne gab es auch dieses Fahrzeug als 4 Tragen Krankenwagen
(KTW 4) ausbauen zu lassen. Nach entsprechenden Anfragen bei den
Ausbauherstellern Binz Ambulance und Utila wurden diese Pläne, vermutlich
auch durch die damit entstehenden Kosten und eingeschränkten Nutungsmöglichkeiten
verworfen.
Nach wie vor ungeklärt war die Frage der Finanzierung dieses Fahrzeugs.
So kam es bereits im Vorfeld zu erheblichen Unstimmigkeiten im Gemeinderat,
denn dieser wollte ienen Zuschuss nur gewähren wenn es um die verbesserte
medizinische Versorgung der Bevölkerung ging. Überzeugungsarbeit
musste geleistet werden. Mit vereinten Kräften gelang es und am
21. September 1980 konnte das 40.000.DM teure Stück in einer Feierstunde
durch den Pfarrer Bantle geweiht werden. Nun war es wieder Möglich
zum einen den sozialen Anforderungen gerecht zu werden, aber auch
wenn höchste Eile geboten war, Verletzte und Erkrankte zu transportieren.
Dieses Fahrzeug ist übrigens noch heute im Dienst des Roten Kreuzes
und leistet uns stets treue Dienste. Demnächst wird es sich allerdings
optisch ein wenig verändern und neue Aufgaben zugeordnet bekommen...
Die Ära Uwe Back –
Wird fortgesetzt
Zitat Werner Kummer:
Wer die Jugend hat,
hat die Zukunft
Dem Jugendrotkreuz Rauenberg gilt
in folgendem Beitrag unser Augenmerk.
....wird fortgesetzt. Hier hat der Autor das Problem, das er bereits
im Jahre 1994 Mitbegründer des Rauenberger Jugendrotkreuz wurde.
In einem von sich selbst verfassten Artikel könnte da nur all zu
schnell nach Eigenlob riechen, weshalb hier eine Co- Autorenschaft
angestrebt wird um ein realistisches Bild darzustellen. Fest steht
allerdings uneingeschränkt das es damals beim JRK Wiesloch immer
mehr Rauenberger Jugendliche gab.
Zum Jahrtausendwechsel
wieder aktiv –
die Rettungsdienstverstärkung
|
Im
Dezember 1999 hat sich die DRK Bereitschaft Rauenberg einen
"neuen" gebrauchten Rettungswagen zugelegt. Das
ursprünglich beim BRK Präsidium im Einsatz gewesene Fahrzeug
wurde zunächst als Krankenwagen eingesetzt. Mit Hilfe des
DRK – Kreisverbandes, der die Erstausstattung zur Verfügung
stellte, konnten in der Milleniumsacht zum ersten Mal mit
dem neu erworbenen Fahrzeug Einsätze gefahren werden. Hermann
Kühni und Thomas Ränk legten damit den Grundstein für eine
bis Heute andauernde Erfolgsgeschichte. Ihnen gilt an dieser
stelle mein besonderer Dank für die Übernahme dieser Verantwortung
in unserer Gesellschaft. Bereits im ersten Jahr leistete man
1050 Einsatzstunden mit dem ürsprünglich als Krankenwagen,
gekauften Fahrzeug. So gelang es recht schnell sich als zuverlässige
Bereitschaft im Krankentransport einen Namen zu machen und
Fuß zu fassen. Nachdem aber die Einsatzzahlen zunehmend stiegen,
schaffte man sich neben einem Pulsoxymeter auch noch ein tragbares
Beatmungsgerät sowie eine EKG/Defi Einheit an, so dass das
Fahrzeug nunmehr als Rettungswagen der Bevölkerung zur Verfügung
steht. Alarmiert durch die Rettungsleitstelle in Heidelberg,
besetzen nun 2 bis 3 ehrenamtliche Helfer dieses Fahrzeug
und unterstützen so den Rettungsdienstbereich Heidelberg.
Wie die Einsatzzahlen für sich sprechen, werden auch zunehmend
Notfalleinsätze heute gefahren. Dies haben wir in erster Linie
unserem motivierten Team zu verdanken, sodass wir heute 3
Rettungssanitäter und 2 Rettungsassistenten im Praktikum in
unserer Bereitschaft finden. Ebenso befinden sich noch weitere
2 Mitglieder auf dem Weg zum Rettungssanitäter. Daneben kommt
gelegentlich auch erfahrenes Anästhesie- und Intensivpflegepersonal
aus der Klinik für Anästhesiologie zum Einsatz. Zu den Notfalleinsätzen
zählen selbstverständlich auch Verkehrsunfälle. Eigens für
diese wurden im Jahr 2001 ein KED - System und im Jahr 2002
eine neue Schaufeltrage beschafft. Immer dann wenn der Rettungssanitäter
/-assistent vor Ort entscheidet, den Transport nicht alleine
durchführen zu können oder bereits die Leitstelle entschieden
hat das ein Arzt zur Behandlung des Patienten notwendig ist,
arbeitet der Rettungsdienst mit den Notärzten der umliegenden
Kliniken Hand in Hand. In besonderen Fällen, z.B. bei Verletzungen
der Wirbelsäule oder Verbrennungen kommt der Rettungshubschrauber
zum Einsatz. Da der Rauenberger Rettungswagen ehrenamtlich
besetzt ist und jeder Helfer noch einen regulären Beruf hat,
gelten folgende Zeiten, in denen das Fahrzeug einsatzbereit
ist:
Montag bis Donnerstag
von 17.00 - 24.00 Uhr
Freitags ab 17.00
bis Sonntags 24.00 Uhr sowie an Feiertagen rund um die Uhr.
Natürlich kann
die Rettungsdienstverstärkung bei größeren Ereignissen (z.B.
Wohnungs-brände, schwere Verkehrsunfälle, usw.) auch außerhalb
der oben genannten Zeiten alarmiert werden. Unser Rettungswagen
kann auch zur Absicherung bei größeren Sanitätsdiensten in
Rauenberg und Umgebung eingesetzt werden. So zum Beispiel
an der Rauenberger Kerwe, dem Stadtjubiläum.
|
2002 die Weichen werden
neu gestellt –
freie Fahrt Richtung
Zukunft
Fortsetzung folgt
Danksagungen:
Diese Arbeit wird wohl noch lange nicht fertig sein. Dennoch ist
ein großes Stück Geschichte in Bewegung geraten. Allen die mir dabei
geholfen haben gilt deshalb an dieser Stelle mein herzlichster Dank
für Ihr tun. Mein zutiefst empfundener Dank gilt Frau Anna Felhauer,
deren peinlichst genaue Aufzeichnungen die Grundlage bildeten. Sie
war es die rechtzeitig erkannt hat, Notizen und Geschichten aufzuzeichnen
und die Gelegenheit nutzte zu Beginn der 90iger Jahre mit dem damals
noch unter uns verweilenden Zeitzeugen Alfred Fischer ins Gespräch
zu kommen. Sie war es aber auch die in den schwierigen Jahren neueren
Datums die Bereitschaft zusammenhielt und es dadurch erst ermöglichte
das wir alle heute im Haus der Helfer noch aktiv sein können. Weiter
danke ich Herrn Werner Kummer, der nicht nur jahrelang die Geschicke
der Stadt, sondern auch die des Ortsvereins leitete und dies bis
heute tut. Ebenso danke ich meinem Bereitschaftsleiter Markus Wagner
der die gesammelten Werke für das Internet aufbereitete und somit
der jüngeren Generation die Möglichkeit gibt sich „online“ zu informieren.
Wiesloch, im April 03
Uwe Hecker
Stv. Bereitschaftsleiter
Sonstige Personen / Fakten
Felhauer Anna, - Ära ihrer Bereitschaftsleitung
Dr. Henschel ehem. 2 Vorsitzender, Richter am BGH Karlsruhe
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